Isabell Wieland - Autorin
 
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Ein tragischer Unfall

Prolog

Wie tief mag er gefallen sein? 20, vielleicht 30 Meter? Nun liegt er da unten, in der Brandung des Meeres. Wenn sein Körper nicht so schrecklich verdreht wäre, könnte man meinen, er würde schlafen. Eigentlich schläft er ja auch, allerdings für immer. Und das nur wegen einem einzigem Wort. Vielleicht ist meine Reaktion etwas zu heftig gewesen. Ich geben zu, ich wollte dass er stirbt, aber ich habe ihn nicht die Klippe hinunter gestoßen! Es war ein Unfall, ein tragischer Unfall…

 

 

Schon vor einer halben Stunde hätte ich da sein sollen. Bestimmt ist er wütend, dachte ich besorgt. Ich trat das Gaspedal weiter durch. Als ich die Küste erreichte und mein Wagen auf dem Kies zu stehen kam, sah ich sein Auto schon von weitem. Doch wo war mein Freund? Weit und breit war niemand zu sehen. Ich stieg aus meinem Wagen. Der salzige Geruch des Meeres stieg in meine Nase. Ich sah mich erneut um, dann sah ich ihn. Er stand oben am Rande der Klippen und schaute den Mond an. Seine Jacke wehte leicht im Wind. Seit einem Monat waren nun zusammen, noch nie war ich so glücklich gewesen. Lange schaute ich ihn bewegungslos an, dann ging ich auf ihn zu. "Ich habe dich vermisst." Flüsterte ich, als ich dicht hinter ihm stand. Er antwortete nicht. "Was ist los?" fragte ich ihn. Schließlich drehte er sich um, unsere Blicke trafen sich. Das Mondlicht spiegelte sich in seinen Augen. Liebevoll fuhr seine Hand durch meine Haare, er küsste mich. Ich glaubte zu schweben. Er drehte sich weg, nahm mich in den Arm und blickte hinaus aufs Meer. "Ich liebe dich, Tina." Sagte er leise.

TINA? Hatte er gerade Tina gesagt? Er schien es nicht einmal bemerkt zu haben, so, als sei es selbstverständlich, dass er mich mit dem Namen seiner letzten Freundin anspricht. Langsam kroch die Wut in mir hoch. Tina. Der Name schallte wie ein unerträgliches Echo durch meinen Kopf. Tina. Meine Hände begannen zu zittern. "Tina?" fragte ich ungläubig und versuchte, nicht die Kontrolle zu verlieren. "Was ist mir Tina?" Tu doch nicht so scheinheilig, dachte ich. Ich drehte mich zu ihm um. Meine Augen glänzten vor Wut. Sein lächeln verschwand augenblicklich. Er sagte etwas, doch seine Worte verhallten ungehört. Ich ging einen Schritt auf ihn zu, noch einen und noch einen. Er wich zurück und sah mich mit angsterfülltem Blick an. Noch einen Schritt. Plötzlich verlor er das Gleichgewicht. Er wankte, stolperte rückwärts. Hinter ihm fielen die Klippen meterweit in die Tiefe, er stürzte. Ein Schrei erfüllte die sternenklare Nacht, dem folgte ein dumpfer Aufschlag.

Adios, dachte ich, schlaf gut…

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Vom Schicksal und dem großen Geld  
  Erschienen am 13.05.08 ! !  
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